Wie macht sich ein Leberproblem beim Pferd bemerkbar?
Die eingangs erwähnte, überaus hohe Kompensationsfähigkeit der Leber stellt sicher, dass die Leber trotz einer langfristigen Schädigung nahezu reibungslos funktionieren kann. Erst wenn 60 bis 70% des Gewebes, genauer gesagt der sogenannten "Funktionskapazität", zerstört sind, treten erste erkennbare Hinweise auf. Die bereits aufgezählten, vielfältigen Funktionen der Leber bringen eine Vielzahl an Symptomen mit sich.
- Häufigste Symptome: Mattigkeit, Desinteresse, Gewichtsverlust, Abmagern, Kolik, Icterus (Gelbfärbung der Schleimhäute), Hepatische Enzephalopathie (eine Leber-Hirn-Störung in Folge einer chronischen Lebererkrankung)
- Weniger häufig Symptome: Durchfall, Lichtempfindlichkeit (Photosensitivität), Gerinnungsstörungen mit erhöhter Blutungsneigung
- Seltene Symptome: Ansammlung freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites), Ödembildung am Unterbauch, Juckreiz, erhöhtes Durstgefühl, Polydypsie oder die Auflösung der roten Blutkörperchen (Hämolyse)
Und weil die Diagnosestellung noch nicht schwierig genug ist, gilt in Hinblick auf die Symptome das altbekannte Sprichwort: ?Alles kann, nichts muss.? Die Anzahl und auch die Kombination der auftretenden Symptome kann von Pferd zu Pferd stark variieren.