Cushing Syndrom beim Pferd (ECS, PPID)
Trotz „Cushing“ fit und vital dank optimaler Bedingungen und individueller Fütterung
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Lesezeit ca. 6 Minuten | 01/05/2024
Trotz „Cushing“ fit und vital dank optimaler Bedingungen und individueller Fütterung
Das Equine Cushing Syndrom ist wohl bekannteste hormonelle
Erkrankung bei älteren Pferden und Ponies ab einem Alter von 15 Jahren.
Aufgrund der sich stets weiter entwickelnden Test-Möglichkeiten wird das
Krankheitsbild immer häufiger diagnostiziert - und das auch bei jüngeren
Tieren. Die Forschung geht aktuell davon aus, dass rund 50.000 Pferde in
Deutschland betroffen sind. Beim Equinen Cushing Syndrom handelt es sich um
eine chronisch fortschreitende, nicht heilbare Erkrankung.
Als sich das Equine Cushing Syndrom (kurz ECS) in der
Wissenschaft etabliert hatte, erhielt es seinen Namen in Anlehnung an das
Cushing Syndrom, das bis dato bereits beim Menschen und beim Hund bekannt war.
Der Krankheitsverlauf ist zwar ähnlich, die Ursache unterscheidet sich jedoch,
weshalb man schließlich dazu überging, für das Pferd das Kürzel PPID (für
Pitutary Pars Intermedia Dysfunction) zu verwenden.
PPID gilt als die am häufigsten auftretende,
endokrinologische Erkrankung bei älteren Pferden. Bei der Endokrinologie
handelt es sich um die Lehre der Ausschüttung von Hormonen. Ein Teil der
Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) schüttet eine Vielzahl an Hormonen aus. Aufgrund
eines Adenoms - zu Deutsch einer gutartigen Geschwulst bestehend aus
Schleimhaut und Drüsengewebe - an der Hypophyse gerät der Hormonhaushalt der an
PPID erkrankten Pferde stark aus dem Gleichgewicht. Die Vielzahl der
Wirkungsweisen und der biologischen Aktivität all dieser Hormone ist in Folge
dessen für das sich so oft unterscheidende Krankheitsbild der
"Cushing-Pferde" verantwortlich. Wird bei einem Pferd beispielsweise
vermehrt das für die Fettbildung zuständige Hormon αMSH sowie Lipotropine
ausgeschüttet, bilden sich die für "Cushing-Pferde" typischen
Fettdepots verstärkt aus. Bei einem Zuviel an Endorphinen zeigt das betroffene
Tier eine atypische Apathie bzw. ein verringertes Schmerzempfinden.
Der gutartige Tumor in der Hypophyse sorgt unter anderem
auch zu einer vermehrten Produktion des Hormons ACTH (Adrenocorticotropes
Hormon) und damit gleichzeitig zu einer erhöhten Ausscheidung von Cortisol in
der Nebenniere. Das kann wiederum zu einer vermehrten Stressreaktion des
Pferdes sowie zu zahlreichen sichtbaren Veränderungen im Verhalten und am
Erscheinungsbild, aber auch zu Infektionskrankheiten und Hufrehe führen. Bei
den am häufigsten auftauchenden Symptomen von PPID handelt es sich um
Die Haare werden mehr. Der Fachbegriff Hypertrichiose steht
für die Zunahme der Menge an Haaren - entweder am ganzen Körper oder nur an
gewissen Stellen. So erkennt man an PPID erkrankte Pferde häufig an besonders
langen Haaren am Unterkiefer. Ein ausgeprägter Hirsutismus dagegen bezeichnet
ein überlanges, lockiges Deckhaar am gesamten Körper. Nicht selten fällt es den
betroffenen Tieren schwer, ihr Winterfell abzuwerfen. Um ihnen bei diese
Problematik Erleichterung zu verschaffen, hilft der Griff zur Schwermaschine.
Der Rücken hängt durch. Eine veränderte Rückenlinie gilt als
weiteres, wohlbekanntes und gleichermaßen auffälliges Zeichen für PPID. Im
Verlauf der Krankheit in Zusammenspiel mit dem zunehmenden Alter kommt es zu
einer Schwächung der Muskulatur. Das fällt besonders bei den großen
Muskelgruppen an Rücken und Bauch auf. Die Folgen sind der für
"Cushing-Pferde" typische Senkrücken in Kombination mit einem
Hängebauch, auch Pendelabdomen genannt.
Die Körpermasse verteilt sich um. Wie eingangs bereits
beschrieben, kann der gutartige Tumor in der Hirnanhangsdrüse dafür sorgen,
dass vermehrt Lipotropine und αMSH ausgeschüttet werden. Zwei Hormone, die
maßgeblich an der Bildung von Körperfett beteiligt sind. Im Krankheitsverlauf
entstehen daher an eher untypischen Stellen wir am Mähnenkamm oder auf der
Kruppe die für PPID bekannten Fettdepots, während die Pferde sonst dazu
tendieren, an Körpermasse abzubauen - was mitunter aber auch am
fortschreitenden Alter liegen kann.
Die Box ist nass. Die griechischen Wörter Polydipsie und
Polyurie stehen im Deutschen für "viel saufen" und "viel Urin
absetzen". Die veränderte Ausschüttung der Hormone beeinflusst auch das
Durstgefühl, was dazu führt, dass die betroffenen Pferde wesentlich mehr
trinken.
Die Anfälligkeit für Hufrehe steigt. Hufrehe kann
verschiedene Ursachen haben. Bei den drei häufigsten handelt es sich um die
Vergiftungs-Rehe, Hufrehe aufgrund von mechanischer Belastung
(Überlastungsrehe) und eben die Rehe als Folge von Stoffwechselstörungen wie
PPID. Letztere kann ohne Futtereinflüsse, ohne Bakterien im Blut und auch ohne
eine erhöhte körperliche Belastung entstehen.
Oxidativer Stress bricht aus. Im Zusammenhang mit PPID fällt
häufig der Begriff "oxidiativer Stress". Das bedeutet allerdings
nicht, dass die "Cushing-Pferde" in Form erhöhter Nervosität
gestresst wirken. Oxidativer Stress beschreibt einen per se unsichtbaren
Zustand im Stoffwechsel. Dabei kommt es durch eine chemische Reaktion (die
sogenannte Oxidation) zu einer Schädigung der Zellen oder deren Funktion, was
der mögliche Auslöser für Schäden an Gewebe (Muskulatur, Fett ...) und Organen
(Haut, Leber, Nieren ...) sein kann. All das bewirkt, wie eingangs erwähnt, das
Hormon ACTH
Das unter Pferdebesitzern bekannte Blutbild - unabhängig ob
klein oder groß - genügt für eine Cushing-Diagnose nicht. Allerdings gilt es
als sehr wichtig zu wissen, ob das Pferd an dieser endokrinologischen
Erkrankung leidet - und dazu je früher, umso besser. Denn nur so lässt sich der
Verlauf verlangsamen und eventuelle Rückfälle können vermieden werden.
Um das Equine Cushing Syndrom zu diagnostizieren, wird über
einen speziellen Bluttest der Wert des Adrenocorticotropen Hormons (ACTH)
gemessen. Hierbei muss in jedem Fall beachtet werden, dass dieser saisonalen
Schwankungen unterliegt; das bedeutet, dass er zwischen August und Oktober in
jedem Fall ansteigt. Daher empfiehlt es sich, diesen Wert immer zur gleichen
Jahreszeit zu testen. Gelten zwischen November und Juli Werte unter 29pg/ml als
negativ, können sie zwischen August und Oktober bis zu einem Wert von 47pg/ml
ansteigen und das Pferd gilt als gesund. Um das Fortschreiten der Krankheit
bestmöglich zu dokumentieren und gegebenenfalls die Therapie optimal
anzupassen, sollte der ACTH-Wert einmal im Jahr gemessen werden.
Leider handelt es sich bei PPID um eine nicht heilbare
Erkrankung. Dennoch kann man als Besitzer eines betroffenen Pferdes einiges
tun, um deren Verlauf stark zu verlangsamen. Hierbei kommt es zunächst auf die
Höhe des ACTH-Werts im Blut an. Je höher der Wert, desto wichtiger ist die
medikamentöse Behandlung. Hier ist der behandelnde Tierarzt der richtige
Ansprechpartner.
Doch auch über die Fütterung kann man die
"Cushing-Pferde" sehr gut unterstützen - so beispielsweise mit dem
Ergänzungsfuttermittel corticosal horse. Denn die vielschichtige Ausprägung an
Symptomen der Krankheit kann mit Hilfe einer individuellen und an die jeweilige
Stoffwechselsituation angepasste Fütterung positiv unterstützt werden. Neben
einer angepassten Grundfutterration ist aufgrund des erhöhten Bedarfs an
Mikronährstoffen und anderen bioaktiven Substanzen eine optimale Versorgung mit
speziellen Pflanzenstoffen, Vitaminen, Mengen- und Spurenelementen wie das
corticosal horse unabdingbar. Das kann in einigen Fällen bereits ausreichend
sein; für Pferde, die eine medikamentöse Versorgung benötigen, gilt das
corticosal horse in jedem Fall als perfekte Ergänzung. Er führt nachweislich zu
einer Reduktion der für PPID typischen Stressreaktionen und zur Steigerung der
Vitalität des betroffenen Pferdes. Damit gilt ist der Einsatz von navalis
corticosal als ideale ergänzend bilanzierte Diät für den Ausgleich dieser
Nährstoff-Dysbalancen die erste Wahl.
Zum Weiterlesen: Eine unabhängige Expertenmeinungen im
Rahmen einer klinischen Studie beim Equinen Cushing Syndrom (ECS, PPID) zeigt,
dass "bei an ECS erkrankten Pferden die Fütterung von navalis corticosal
über einen Zeitraum von sechs Monaten zu einer signifikanten Verbesserung des
klinischen Gesamtbildes insbesondere des Fellkleids und der Vitalität führte.*
*Bradaric
Z, May A, Gehlen H (2013): Use of the chasteberry preparation corticosal for
the treatment of pituitary pars intermedia dysfunction in horses. Pferdeheilkunde
6: 721-728 Zur Original Studien-Zusammenfassung auf Englisch, veröffentlicht in
der Pferdeheilkunde 2013/6.
Quellen:Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York. Ein
Update zu PPID beim Pferd. Neues zur Pathophysiologie, aktuelle
Diagnostikmöglichkeiten und Therapieempfehlungen Judith Christine Winter
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